Die verschiedenen Pfeifen

In der Hauptorgel der Basilika Wiblingen werden weit über 2.000 Pfeifen stehen. Dabei werden sich nicht zwei finden, die  identisch sind: Die größte Pfeife ist über fünf Meter lang und rund 25 cm dick; die kleinste hat die Größe eines  Bleistifts. Manche Pfeifen sind aus Holz, die Mehrheit hingegen aus Metall. Die meisten Pfeifen sind oben offen, ein paar haben einen Deckel. Auch ihr Klang ist ganz unterschiedlich: Es gibt laute und leise, hohe und tiefe Pfeifen. Einige klingen wie zarte Streichinstrumente, andere ahmen Holz- und Blechbläser nach. Hier finden Sie eine kleine Orgelpfeifen-Typologie:

 

 

 

 

Prinzipale – die Chefs der Orgel

 

 

Sie stehen in der ersten Reihe; aus dem Kirchenschiff kann man einen Teil von ihnen sehen. Mit ihrem kräftigen, aber gleichzeitig runden und warmen Klang bilden sie das klangliche Fundament der Orgel. Die Pfeifen, die wie die Prinzipale gebaut werden, aber ein oder zwei Oktaven höher klingen, nennt man „Oktaven“.



 

 

Pedalpfeifen – die Riesen

 

 

Über fünf Meter lang sind die größten Pfeifen der Orgel, die für die Basslinien zuständig sind. Ihren Klang kann man nicht nur hören, sondern auch spüren. Gespielt werden sie mit den Füßen über die Pedale – daher der Name.



 

 

Instrumentalstimmen – die Individualisten 

 

 

Seit dem Barock versuchen die Orgelbauer, den Klang anderer Instrumente nachzuahmen. Deshalb tragen manche Orgelpfeifen deren Namen: Flöten und Oboen, Fagotte und Trompeten findet man in jedem Symphonieorchester (und auch bei vielen Orchestermessen in der Wiblinger Basilika). Andere Instrumente sind schon vor ein paar Jahrhunderten aus der Mode gekommen, zum Beispiel Gambe und Krummhorn. Gerade die Holzbläser sind oft zu hören, wenn sie ein Solo spielen dürfen.



 

 

 

Aliquotstimmen – die Teamfähigen

 

 

Der Organist spielt ein C, aber es klingt ein G: Viele Pfeifen klingen anders als der Grundton, der gerade gespielt wird. Eingesetzt werden sie im Team, meistens mit den Prinzipalen. Dort sorgen sie für eine ganz besondere Färbung des Gesamtklangs. Ihr Name gibt an, wie viele Töne sie höher klingen als der Grundton: Bei der Quinte sind es beispielsweise fünf.



 

 

 

 

Mixturen – die Strahlenden

 

 

Gleich bis zu sechs Pfeifen klingen gleichzeitig, wenn die Mixturen zum Einsatz kommen. Das sind die kleinsten und höchsten Pfeifen der Orgel, die nicht größer als ein Bleistift sind. Mit ihrem hellen, leuchtenden Ton bilden sie die Klangkrone des Instruments. Manchmal wird die Mixtur auch „Zimbel“ genannt.



 

 

 

 

Gedackte – die Sanften

 

 

Der Deckel, den diese Pfeifen tragen, macht ihren Klang leise, sanft und rund. Sie übernehmen die ganz leisen Passagen und sind ideal für die Begleitung von Sängern und Instrumentalisten, aber auch von anderen Orgelpfeifen, die gerade ein Solo haben. Manchmal haben sie andere Namen, beispielsweise „Copel“ oder – im Pedal – „Subbass“.